Abenteuer 1927 - Sommerfrische

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Eine Zeitreise in die zwanziger Jahre - nicht für alle golden. Sommerfrische auf einem Landgut 1927 heißt für die Dienstboten: sechs Wochen lang ein Leben auf Abruf, von morgens bis abends schuften, während die Herrschaft Charleston tanzt.

Episode Description

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Die Reise beginnt

Die Reise beginnt Eine Zeitreise in die zwanziger Jahre - nicht für alle golden. Sommerfrische auf einem Landgut 1927 heißt für die Dienstboten: sechs Wochen lang ein Leben auf Abruf, von morgens bis abends schuften, während die Herrschaft Charleston tanzt. In Folge 1 geht Tinko Weibezahl in die Schule des Dienens und lernt seine Gutsherrin kennen. Tinko Weibezahl stehen als Diener sechs einsame Wochen bevor: Er hat die Herrschaft über sich, die Dienstboten unter sich. Von Timothy Moores, einem Butler alter englischer Schule, erhält er eine Einführung in die Grundlagen des Dienens: Silber putzen, Servietten falten, Zeitung bügeln usw. Noch eine letzte Lektion in Sachen Würde, dann macht sich Moores wieder auf den Weg - und Diener Weibezahl ist auf sich gestellt, in der neuen alten Welt. Juliane Winterhoff reist als 'Mädchen für alles' in die Vergangenheit. Die Abiturientin wird die unterste in der Hierarchie sein; die Herrschaft wird sie kaum zu Gesicht bekommen. Gemeinsam mit dem übrigen Personal bestaunt sie ihre neue Wohn- und Arbeitsstätte im dunklen Kellergeschoss. Als Gutsherrin muss man durchgreifen, weiß Susanne Vogel, sonst verliert das Personal gleich zu Beginn den Respekt. Die 34-Jährige hat sich viel vorgenommen für die Sommerfrische. Ihre eleganten Gäste sollen sich gut amüsieren und dazu muss der Haushalt reibungslos funktionieren. Hart, aber gerecht will sie sein.

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Die Sommergäste kommen

Die Sommergäste kommen: Vornehme Künstler aus der Stadt. Bis zu ihrer Ankunft muss die gnädige Frau Haus und Personal auf Vordermann bringen, um den Herrschaften einen standesgemäßen Empfang zu bereiten. Aber nichts verläuft nach Plan. Der zweite Tag der Zeitreise beginnt mit vielen Hindernissen. Küchenmädchen Judith kämpft mit der Kochmaschine - der Rauch zieht durchs ganze Haus. Auch die gnädige Frau und Diener Weibezahl haben viel zu tun. Nicht alle Dienstboten haben die strikte Hierarchie bereits verinnerlicht; sie lassen es an Respekt fehlen. Auf Chauffeur Scheible wartet eine böse Überraschung: Die "Limousine" qualmt wie der Küchenherd und der Vergaser ist undicht. Fieberhaft bastelt er an dem Wagen - ein Wettlauf gegen die Zeit. In wenigen Stunden soll er die Sommergäste abholen. Die Sommergäste passieren die Zeitschleuse in gespannter Erwartung. Sechs unbeschwerte Ferienwochen liegen vor ihnen. Kontaktlinsen und bequeme Klamotten müssen sie jedoch zurücklassen. Elegante Kleidung, modischer Bubikopf und strikte Etikette werden von nun an ihren Alltag bestimmen.

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Bitte Haltung bewahren!

Etikette-Lehrer Uwe Fenner steht vor einer schwierigen Aufgabe: Die Herrschaften müssen salonfähig werden. Und während die gnädige Frau und ihre Gäste Handkuss und standesgemäße Haltung erlernen, kämpfen die Dienstboten mit der Technik. Bennys Hände sind vom Handrasenmäher wund und es bleiben nur zwei Tage bis zur großen Dinner-Party. Direkt nach dem Frühstück beginnt auch für die Herrschaften der Ernst des Lebens 1927. Uwe Fenner, Lehrer für Etikette, unterrichtet die wesentlichen Grundlagen: Haltung wahren, beim Essen nicht mit dem Besteck herumfuchteln und sich niemals beim Personal bedanken - der Diener ist nicht begeistert. Während die Herrschaften sich durch den Dschungel von Sitte und Anstand kämpfen, steht das Personal unter Hochdruck: Für das festliche Dinner am Sonntag hat die gnädige Frau bei Köchin Christine Hummer bestellt, der lebend geliefert wird. Auch Bursche Benjamin hat es schlimm erwischt: In zwei Tagen soll der gesamte Rasen gemäht sein, aber der Park ist riesig.

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Solange die Füße tragen

Noch ein Tag bis zum großen Dinner. Herrschaft und Dienstboten müssen beweisen, dass sie erlesene Gäste stilsicher empfangen können. Köchin Christine flambiert Hummer, die Herrschaften studieren ihr Musikprogramm ein. Chauffeur Scheible ist glücklich: Die neue Limousine ist da. Sofort macht er sich zu einer Testfahrt auf. Doch der große Tag beginnt anders als erwartet: Die gnädige Frau hat gemeine Zahnschmerzen - und muss zur Wurzelbehandlung. Nur noch wenige Stunden bis zum Empfang. Wie soll sie den Abend als strahlende Gutsherrin überstehen? Auch für Stubenmädchen Ann-Kristin und Diener Weibezahl wird es ein großer Abend: Vom Aperitif mit Häppchen im Wintergarten über das große Menü im Speisezimmer bis zum Digestif im Salon - jeder Griff muss sitzen, egal wie sehr die Füße schmerzen. Es kann eine lange Nacht werden.

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Vier Pferde und ein Hahn

Ein neuer Mitbewohner für die untere Etage: Stallmeister Bernd-Jürgen Hahn wird den Herrschaften Reitunterricht geben. Für Stadtkind Benjamin heißt das neue Arbeit - er muss riesige Mengen Stroh umschichten und lernen, die Ehrfurcht gebietenden Tiere in "Stute" und "Hengst" zu unterscheiden. Die Sommergäste - durchweg Anfänger - müssen nun aufs hohe Ross. Doch zuvor planen die Herrschaften ihren ersten großen Ausflug: Stadtfein mit Kopfschmuck und Abendgarderobe geht's mit der Limousine zum Filmpalast. Im Kino ist gerade "Metropolis" angelaufen, der bis dahin größte deutsche Spielfilm - ein Sciencefiction-Film. Ob der sozialkritische Geist der Geschichte auch die Herrschaften erreicht, wird sich zeigen.

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Hoch zu Ross

Die Herrschaften nehmen ihren ersten Reitunterricht - sie schweben zwischen Angst und Begeisterung. Für Sarah Hakenberg und die anderen Sommergäste erfüllt sich unerwartet ein Traum auf dem Rücken der Pferde. Auch in der unteren Etage finden manche unverhofftes Glück: Zum ersten Mal frei! Diener Weibezahl und Chauffeur Scheible machen sich mit dem Fahrrad zum Gasthof auf ein Bier vom Fass soll es geben. Eigentlich sollte auch Küchenmädchen Judith freimachen, aber Köchin Christine wird krank und Judith muss kochen - für Dienstboten und Herrschaft! Ein Schock für das Personal! Und ausgerechnet an diesem Tag inspiziert die gnädige Frau die Kammern. Diener Weibezahl fühlt sich übergangen und ist sauer.

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Unter Beobachtung

Timothy Moores, Butler a.D., kehrt ins Gutshaus zurück und Tinko Weibezahl muss erneut in die harte Schule des Dienens. Von früh bis spät wird seine Arbeit unter die Lupe genommen - sie wird dadurch nicht einfacher. Und die Schmerzen in den Füssen lassen sich auch nicht länger ignorieren. Aber auch die Sommergäste und bekommen einen neuen Lehrer: Der Amerikaner Tom Fletcher unterrichtet Charleston und Black Bottom - der neueste Schrei aus New York! Nach anstrengenden Lektionen belohnen sich die Herrschaften mit einem Ausflug zum Badesee - endlich ist Sommer auf Gut Belitz. Stallmeister Hahn hat andere Sorgen: Nacht für Nacht hält er Wache im Stall bei der trächtigen Stute Goldie; die Geburt ist längst überfällig.

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Nacht der Entscheidung

Seit vier Tagen Nachtwache - Stallmeister Hahn ist vollkommen erschöpft. Die Geburt des Fohlens ist lange überfällig, aber Stute Goldie hat ihren eigenen Kopf. In dieser Nacht jedoch werden der Stallmeister, die Gutsherrin und der Chauffeur Zeugen eines besonderen Schauspiels. Diener Weibezahl steht indes einsam vor einer schweren Entscheidung: Als Diener fühlt er sich wie ein Niemand. Keine Privatsphäre, kein Dankeschön, 17 Stunden am Tag Hausgeist sein. Zeit, sich Gedanken zu machen und Konsequenzen zu ziehen.

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Lampenfieber

Ein großes Fest kündigt sich an im Gutshaus Belitz. Gäste aus der Stadt kommen zum Tanz. Tagelang haben die Herrschaften Charleston, Black Bottom und Tango geübt, und fieberhaft für die Revue geprobt. Schließlich will man sich vor den Gästen nicht blamieren und jeder Auftritt soll sitzen. Dann ist es so weit: Die Gäste kommen und die Aufführung beginnt. Für Bursche Benjamin beginnt ein völlig neues Leben: Ab heute ist er zweiter Diener. Von nun an soll er die Herrschaften wecken, beim Ankleiden helfen und mit Ann-Kristin zusammen bedienen und servieren. In Livree erkennt er sich selbst nicht wieder, und die neue Frisur scheint ihm ganz schön brav. Aber jetzt heißt es: Augen zu und hindurch, Haltung bewahren, keine Angst zeigen und servieren, servieren, servieren.

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Freudigkeit im Herzen!

Die Erschöpfung vom rauschenden Fest ist noch nicht abgeklungen, da kündigt sich ein neuer Gast an: Jens Trautwein, Lebensreformer. Er will den Herrschaften innere Einkehr und genügsames Leben nahe bringen. Brennnesselsalat statt Entenbrust, Schwefelbad statt Honigshampoo. Um 5.00 Uhr aufstehen zum "Tautreten"! Zunächst nehmen die Herrschaften ihr neues Leben mit viel Humor. Auch die Dienstboten freuen sich erst mal - immerhin landen die Fleischvorräte jetzt auf ihrem Tisch, ungewohnter Luxus beim Abendessen. Aber langsam dämmert ihnen, dass auch ihr Leben nicht nur leichter wird: Brennnesseln für den Salat pflücken und noch eine Stunde früher aus den Federn. Ernüchterung macht sich breit.

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Moderne Zeiten

Langsam hat der Spaß ein Ende! Seit Tagen Haferschleim und Löwenzahn - Zeit, dass die Lebensreform vorüber ist. Die Herrschaften können nur noch mühsam Haltung bewahren, Etikette hin oder her. So hatten sie sich die zwanziger Jahre nicht vorgestellt! Sie können es kaum erwarten, zum süßen Leben zurückzukehren. Die Dienstboten erhalten Verstärkung. Bursche Ullrich soll in Zukunft Benjamins Aufgaben übernehmen. Und noch einen Lichtblick gibt es: Der Strom zieht ein auf Gut Belitz. Die technischen Neuerungen sollen dem Personal die Arbeit erleichtern. Waschmaschine und elektrisches Licht, Staubsauger und Kaffeemaschine. Was der Fortschritt wirklich bringt, wird sich zeigen.

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Kurze Freiheit

Die gnädige Frau und ihre Gäste machen einen Ausflug an die Ostssee. Camping steht auf dem Programm: keine festliche Tafel, kein Smoking, keine strenge Etikette. Die Sonne brennt und die Herrschaft genießt in vollen Zügen die unverhoffte Zwanglosigkeit, die das unbeschwerte Leben unter freiem Himmel mit sich bringt. Zuhause im Gutshaus hat sich das Personal vorgenommen, das Beste aus der Abwesenheit der Herrschaft zu machen. Hausputz hin oder her, wenigstens einmal wollen sie richtig feiern - mit Puschenkino und Fassbier im Wirtshaus. Am nächsten Tag geht der Hausputz weiter - bis Ann-Kristin ein Fenster auf den Kopf fällt und sie ins Krankenhaus muss. Benjamin ist außer sich: Zusätzlich zu der Sorge um das Stubenmädchen muss er, der Hilfsdiener, nun die Herrschaften allein versorgen. In banger Erwartung sieht er ihrer Rückkehr entgegen.

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Ein Sommer der Liebe

Große Aufregung bei den Herrschaften: Heute soll das Brautpaar auf Gut Belitz eintreffen. In zehn Tagen werden Sie sich in der örtlichen Kirche das Ja-Wort geben. Was für Menschen werden da kommen und wie werden sie sich in die Gruppe der Sommergäste einreihen? Große Erleichterung, als die Verlobten eintreffen: sehr nette Menschen sind das. Aber bereits am nächsten Morgen ist die Freude getrübt - die Braut ist krank. Mit der Braut kommt auch deren Zofe Christina ins Haus. Sie ist Tugendwächterin für die Verlobten, wird aber auch das Brautkleid nach den speziellen Wünschen der Braut herstellen. Ihre erste Begegnung mit der mechanischen Nähmaschine ist jedoch keine Liebe auf den ersten Blick. Und solange die Braut krank ist, gibt es keine Anproben. Wie soll sie da das Kleid pünktlich fertig stellen?

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Keine Ruhe vor dem Sturm

Im Keller rumort es: nur noch wenige Tage bis zur großen Hochzeitsfeier und die Arbeit nimmt kein Ende - im Gegenteil. Der Berg scheint immer größer zu werden. Besonders Bursche Ullrich hat sich beim Sensen völlig verausgabt und der Park wird nicht fertig. Schließlich platzt Köchin Christine der Kragen und sie greift durch. Ob ihr Machtwort rechtzeitig kommt, um mit allem fertig zu werden, muss sich zeigen. Bei den Herrschaften gestalten sich die Vorbereitung auf die Hochzeit völlig anders. Das Brautpaar erhält Sexualaufklärung und Eheberatung, die Sommergäste proben eine kleine Revue - aber auch das Feiern kommt nicht zu kurz: Beim Herrenabend genießt man erotische Filme, während sich die Damen im Salon mit Konfekt verwöhnen. Währenddessen kämpft Zofe Christina gegen die Zeit, um das Brautkleid pünktlich fertig zu haben: Jede Anprobe, jeder Änderungswunsch der Braut setzt sie weiter unter Druck.

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Der schönste Tag

Es ist so weit: Das Kleid ist fertig, das Haus ist geputzt, der Rasen gemäht. Keiner hat mehr damit gerechnet, dass alles rechtzeitig fertig werden würde. Nun muss sich erweisen, ob Sommergäste und Gesinde es schaffen, dem Brautpaar den schönsten Tag ihres Lebens zu bereiten. Aufgeregt wartet die Braut in ihrem Zimmer - noch hat ihr Bräutigam sie nicht gesehen, in dem neuen Kleid. Ihre Nervosität steigt, alles soll richtig sitzen, vom Schleier, bis zu den Schuhen. Und unten warten der Bräutigam, die Familie und die Gäste. Der schönste Tag kann beginnen.

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Lachende Augen, weinende Augen

Nur noch zwei Tage auf Gut Belitz. Während es die Dienstboten kaum abwarten können, wieder in die Zukunft zurückzukehren, macht sich bei den Herrschaften Melancholie breit. Die letzten Stunden, und vor allem der Abschied werden ausgekostet: Ein letzter gemeinsamer Abend, ein letztes gemeinsames Lied - besonders Herrn Fries und Fräulein Hakenberg steht ein schwerer Abschied bevor. Aber vorher steht ein letzter Pflichtbesuch an: nach sechs Wochen in getrennten Welten statten die Herrschaften dem Keller einen Besuch ab. Schockiert müssen sie erfahren, wie diejenigen gelebt haben, die rund um die Uhr für sie da waren.